MANAGER/UNTERNEHMENSLEITER

Als Geschäftsführer, Vorstandsmitglied, Aufsichtsratsmitglied, Beiratsmitglied, etc. - kurz: Manager bzw. Unternehmensleiter haften Sie nach deutschem Recht mit Ihrem gesamten Privatvermögen der Höhe nach unbegrenzt für eine Sorgfaltspflichtverletzung, durch welche Ihrer Gesellschaft ein Vermögensschaden entstanden ist.

Dies gilt sogar für Vorstandsmitglieder von eingetragenen Vereinen, wenn diese hauptberuflich tätig sind oder eine Vergütung von derzeit über EUR 720,00 erhalten.

Sie haben mehrere Möglichkeiten, diese sehr weite Haftung zum einen im Rahmen Ihres Anstellungsvertrages einzuschränken und zum anderen das verbleibende Restrisiko über eine D&O-Versicherung abzuschließen.

Sie können zum Beispiel die gesetzliche Verjährungsfrist von derzeit fünf Jahren reduzieren, Ihre Haftung auf grobe Fahrlässigkeit und Vorsatz beschränken, die Haftung ausschließlich für Ihre Ressortzuständigkeit begrenzen usw.

Für das verbleibende Restrisiko, dass Sie stets haben und nicht einschränken können, empfiehlt sich der Abschluss einer D&O-Versicherung. 

Regelmäßig wird Ihr Unternehmen bereits über eine allgemeine Betriebshaftpflicht-versicherung verfügen. Im Rahmen einer solchen allgemeinen Betriebshaftpflicht-versicherung genießen Sie jedoch als Organmitglied in der Regel keinen vollen Versicherungsschutz, da organschaftliches Handeln grundsätzlich ausgeschlossen sein dürfte. Diese Deckungslücke können Sie nur über eine D&O-Versicherung schließen. Eine D&O-Versicherung kann Sie also im worst case vor der Privatinsolvenz schützen.

Im Rahmen der Vertragsverhandlungen empfiehlt sich die Aufnahme einer sog. D&O-Verschaffungsklausel, welche Ihren Arbeitgeber verpflichtet, für Sie als Organmitglied eine D&O-Versicherung als sog. Konzernpolice abzuschließen bzw. bereitzuhalten.

 

Aber Vorsicht: Hier steckt der Teufel im Detail. 

Eine allgemeine Regelung, die besagt, dass Sie ein Anspruch auf eine D&O-Versicherung haben, birgt die Gefahr in sich, dass Sie über den Inhalt der D&O-Versicherung keine Kenntnis erhalten. Also nicht erfahren, wie hoch die Deckungssumme ist, welche Ausschlüsse es gibt, welcher Leistungsumfang gilt, wie hoch der Selbstbehalt ist, welche Nachmeldefrist gilt, etc. 

Daher sollte man sich auf eine Formulierung einigen, die Ihnen das Recht einräumt, jederzeit über die D&O-Versicherung und seinen Änderungen zeitnah informiert zu werden u.a. durch Aushändigung der D&O-Police, aller Nachträge und Versicherungs-bedingungen.

Falls sich der Arbeitgeber jedoch weigert, für Sie eine sog. Konzernpolice abzuschließen, haben Sie noch die Möglichkeit, sich über eine persönliche D&O-Versicherung 

(auch Individualversicherung genannt) abzusichern.

Da die D&O-Versicherung eigenen Regeln folgt und grundsätzlich individuell ausgestaltet ist, ist für den Umfang des Versicherungsschutzes eine detaillierte Prüfung erforderlich.

Wenn Sie, Ihr Anwalt oder Ihr Versicherungsmakler hierzu Fragen haben, bin ich aufgrund meiner langjährigen Berufserfahrung und der Spezialisierung auf diesem Gebiet Ihre richtige Ansprechpartnerin für eine D&O-Beratung wie auch zu sonstigen Manager-Versicherungen.